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„Gespräche über Globalisierung und Zeitgeschichte“

Rezension von Cornelia Nillies-Traub, Buchhändlerin

„Gespräche über Globalisierung und Zeitgeschichte“, Autor: Thomas Mitsch
Sachbuch, Thema Politik und Zeitgeschichte
112 Seiten, Taschenbuchausgabe, Books of Demand GmbH (BoD),
22848 Norderstedt, ISBN 978-3-8391-3885-4, Euro 9.90
Bei Libri:
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/9512525/thomas_mitsch_gespraeche _ueber_globalisierung_und_zeitgeschichte_383913885X.html

In dem Buch „Gespräche über Globalisierung und Zeitgeschichte“ werden von Thomas Mitsch, Mitherausgeber der „Friedensblätter“ und Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) „rote reporter/-innen“ der Partei DIE LINKE, spontan geführte Interviews mit gesellschaftlich engagierten, kritischen Persönlichkeiten zusammengefasst.

Diese Interviews sprechen für sich selbst und werden nicht kommentiert, sie entstanden wie zufällig bei öffentlichen Veranstaltungen. Das macht die Besonderheit dieser Interviews aus: spontane Antworten auf spontane Fragen, ehrlich, ungeschminkt, ungeschnörkelt.

Auf diese Weise ergibt sich ein vielseitiges Bild zur aktuellen Zeitgeschichte, zu Themen rund um Frieden und Krieg, Demokratie, Menschenrechte und politische Zeitgeschichte sowie um Fragen zur Globalisierung.

Die Gesprächspartner, wie der ehemalige parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Ulrich Maurer oder Willi van Ooyen, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im hessischen Landtag, erläutern ihre Sicht zur deutschen und europäischen Haltung bezüglich Krieg und Frieden. Die afghanische Parlamentarierin Malalai Joya antwortet auf Fragen zum Umgang mit Menschenrechten und der Situation der Frauen in Afghanistan aus persönlicher Erfahrung, Percy Schmeiser Träger des alternativen Nobelpreises 2008, beschreibt die ökologische Situation in Kanada und die globalen Auswirkungen der Saatgutfirma Monsanto.

Abgerundet wird das Bild zur Zeitgeschichte durch das Interview mit Franz Josef Müller, Mitglied einer ehemaligen Freundes- und Sympathisantengruppe um die „Weiße Rose“.

Ein interessantes, lesenswertes Buch, welches Machtstrukturen aufdeckt, die nachdenklich stimmen. Natürlich bedient sich der Faschismus anderer Methoden zum Machterhalt als moderne Demokratien. Aus den Interviews geht allerdings hervor, dass es jeder Regierung eines jeden Landes um Vorherrschaft und Zugewinn geht. Ob es sich beispielsweise um das Geklüngel innerhalb der EU handelt oder um den gemeinsamen Auftritt der EU in der Welt, es werden die
gleichen Strukturen sichtbar vor Augen geführt. Ob es sich um den Umgang mit Ressourcen unserer Erde handelt oder um den Umgang mit Menschen, die zu sogenannten Randgruppen gehören, um die Rechtlosigkeit der Frauen in Afghanistan, wie auch der Umgang mit „Andersdenkenden“, überall werden die gleichen Muster des Machterhalts und Zugewinns sichtbar.

Thomas Mitsch stellt seinen Gesprächspartnern konkrete, teilweise persönliche Fragen. Aus den Antworten ergibt sich ein Bild mit immer gleichem Muster wie ein Kaleidoskop. Rückschlüsse daraus zu ziehen und dieses Kaleidoskop zu interpretieren oder einzuordnen obliegt dem Leser.